3 Questions – 1 Expert: Im Gespräch mit Yazan Alrwashdeh

02.03.2026

Vorbeugende Instandhaltung klingt technisch, ist in der Praxis jedoch vor allem der entscheidende Faktor für einen reibungslosen und planbaren Anlagenbetrieb. In diesem Interview erläutert Yazan Alrwashdeh, Entwicklungs- und Projektingenieur, warum MBR-Module dauerhaft hydraulischen, mechanischen und chemischen Belastungen ausgesetzt sind und weshalb kleine Abweichungen oft lange unbemerkt bleiben – bis die Leistung bereits beeinträchtigt ist. Eines wird dabei besonders deutlich: Nicht einzelne Maßnahmen, sondern das Zusammenspiel aus stabiler Prozessführung, gleichmäßiger Belüftung, zuverlässiger Messtechnik und regelmäßiger Reinigung macht den Unterschied. Ebenso wichtig sind klar definierte Betriebsgrenzen, eine gute Vorbehandlung sowie eine vorausschauende Ersatzteilstrategie.

Yazans Fazit ist praxisnah und eindeutig: Ein stabil geregelter Prozess ist der beste Schutz für Membranmodule und damit die wichtigste Grundlage für einen wirtschaftlichen Betrieb.


 

3 Fragen, 1 Experte

Yazan Alrwashdeh, Entwicklungs- und Projektingenieur

 

Warum ist vorbeugende Instandhaltung für MYTEX MBR-Module entscheidend?
Vorbeugende Instandhaltung ist die Grundlage für einen stabilen und wirtschaftlichen Betrieb von MBR-Anlagen. Membranmodule arbeiten kontinuierlich unter hydraulischer, mechanischer und chemischer Belastung. Ohne systematische Überwachung entwickeln sich Abweichungen häufig schleichend und werden erst sichtbar, wenn die Leistung bereits beeinträchtigt ist.

Ein strukturierter Wartungsansatz ermöglicht es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, sodass Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, bevor es zu Leistungsverlusten kommt. Typische Indikatoren sind Veränderungen des Transmembrandrucks, Schwankungen im Permeatfluss oder ein steigender Luftbedarf. Werden diese Trends konsequent ausgewertet, lassen sich Fouling-Prozesse kontrollieren, ungeplante Stillstände vermeiden und die Lebensdauer der Module deutlich verlängern. Für Betreiber bedeutet das planbare Betriebsbedingungen, stabile Ablaufqualität und geringere Lebenszykluskosten.

 

Welche Maßnahmen machen in der Praxis den größten Unterschied?

Die Betriebserfahrung zeigt, dass nicht einzelne Maßnahmen entscheidend sind, sondern das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Eine zentrale Rolle spielt die Luftverteilung im Belebungsbecken. Eine gleichmäßige Belüftung verhindert Ablagerungen auf der Membranoberfläche und stabilisiert die Filtration. Unregelmäßige Blasenverteilung oder steigende Druckverluste im Belüftungssystem sind frühe Hinweise auf Verschleiß oder Verstopfungen der Diffusoren.

Ebenso wichtig ist die kontinuierliche Auswertung der Betriebsdaten. Der Transmembrandruck sollte stets als Trend betrachtet werden. Ein kontinuierlicher Anstieg weist auf zunehmendes Fouling hin, während sinkende Durchflüsse bei konstantem Druck auf Membranalterung oder Prozessveränderungen hindeuten können.

Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die regelmäßige chemische Reinigung. Kurzintervallige Wartungsreinigungen stabilisieren die Leistung, während bedarfsgerechte Intensivreinigungen die ursprüngliche Permeabilität wiederherstellen. Entscheidend sind dabei die richtigen Chemikalienkonzentrationen, ausreichende Einwirkzeiten und geeignete Temperaturen.

Auch die Zuverlässigkeit der Messtechnik sollte nicht unterschätzt werden. Falsch kalibrierte Drucksensoren führen häufig zu Fehleinschätzungen des Membranzustands und damit zu ungeeigneten betrieblichen Entscheidungen.

 

Worauf sollten Betreiber im Hinblick auf Lebensdauer und Betriebssicherheit außerdem achten?

Die Membran reagiert unmittelbar auf die Prozessführung. Dauerhaft hohe Feststoffkonzentrationen, starke Lastwechsel oder ungeeignete Zulaufbedingungen beschleunigen Fouling und Alterung und erhöhen den Reinigungsbedarf. Daher spielt die Vorbehandlung eine zentrale Rolle.

Auch die hydraulischen Betriebsgrenzen müssen eingehalten werden, da zu hohe Drücke die Membranstruktur verdichten und die Permeabilität dauerhaft verringern können. Gleiches gilt für Temperaturen außerhalb des Auslegungsbereichs.

In der Praxis hat sich zudem eine proaktive Ersatzteilstrategie bewährt. Kritische Komponenten wie Diffusoren, Dichtungen oder Sensoren sollten verfügbar sein, damit bei Abweichungen sofort reagiert werden kann.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein stabiler Prozess mit klar definierten Betriebsgrenzen ist der effektivste Schutz für Membranmodule und die wichtigste Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb.

 


 

Wenn auch Sie Unterstützung beim Aufbau oder der Optimierung Ihres Programms zur vorbeugenden Instandhaltung wünschen, kontaktieren Sie gerne unser Team.

 

Treten Sie in Kontakt mit

Yazan Alrwashdeh
Entwicklungs- und Projektingenieur
Telefon: +49 3621 73 77 920
E-Mail: y.alrwashdeh@wta-unisol.com
Web: www.wta-unisol.com

 

Schnelle und praxiserprobte Beratung

Gerne beraten wir Sie persönlich bei der Auswahl des richtigen Filtermoduls oder der Konfiguration unserer Filtrationstechnologie für Ihre individuelle Anwendung. Sobald wir Ihr Kontaktformular erhalten haben, erhalten Sie werktags innerhalb von 48 Stunden eine Antwort. Alternativ können Sie uns auch direkt per Telefon oder E-Mail kontaktieren.

Geben Sie Ihre Suchanfrage ein.

WTA UNISOL Newsletter

Sign up for our newsletter and be the first to receive the latest information about our product development and our participation in trade fairs.



WTA UNISOL Newsletter

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten Sie immer als erstes die neusten Informationen über unsere Produktentwicklung und unsere Teilnahme an Fachmessen.